Was ist Strahlmittelstrahlen?
Das Strahlverfahren ist eine Oberflächenbehandlung, bei der abrasive Strahlmittel mit hoher Geschwindigkeit auf das Werkstück geschleudert werden. Druckluft oder ein Schleuderrad beschleunigen die Partikel – beispielsweise Glas-, Aluminiumoxid- oder Keramikkugeln – auf das Werkstück. Beim Aufprall entfernen die Strahlmittel Rückstände, glätten raue Kanten und verfeinern die Oberflächenstruktur. Dieses Verfahren ermöglicht gleichmäßige Oberflächengüten bei einer Vielzahl von Materialien, darunter Kunststoffe, Metalle und Verbundwerkstoffe.

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Arten von Strahlmitteln
Strahlmittel sind das Herzstück des Strahlverfahrens – sie bestimmen, wie intensiv eine Oberfläche gereinigt, verfeinert oder strukturiert wird. Die Art des Strahlmittels muss sowohl zum Druckmaterial als auch zum gewünschten Oberflächenfinish passen.
Medientyp | Eigenschaften | Typische Anwendungsfälle |
Rund, sanft, wiederverwendbar; mittlere Härte | Mattes Finish, leichtes Entgraten für Kunststoffe/Harze | |
Aluminiumoxid | Scharf, kantig, hohe Härte; aggressive Wirkung | Intensive Reinigung, Aufrauen von Oberflächen |
Keramikperlen | Dicht, strapazierfähig, weniger staubig; gleichmäßige Oberfläche | Oberflächenglättung von Metall und technischen Kunststoffen |
Kunststoffmedien | Weich, leicht, minimaler Abrieb | Farbentfernung, Erhaltung empfindlicher Details |
Walnussschalen | Organisch, biologisch abbaubar; geringe Härte | Reinigung von Weichkunststoffen oder empfindlichen Teilen |
Auswirkungen auf Oberflächenbeschaffenheit und Haltbarkeit
Die Form und Größe der Strahlmittelpartikel beeinflussen direkt den Ra-Wert (mittlere Rauheit) des fertigen Bauteils:
Feines Medium (<100 µm) = glattere Oberfläche, ideal für kosmetische Teile
Grobes Medium (>200 µm) = aggressiverer Materialabtrag, besser für die mechanische Verbindung
Kantige Formen erhöhen den Abrieb, während kugelförmige Strahlmittel eine gestrahlte, seidenmatte Oberfläche erzeugen.
Strahlverfahren vs. chemische Glättung
Sowohl das Sandstrahlen als auch das chemische Glätten dienen der Oberflächenveredelung von 3D-gedruckten Teilen, beruhen aber auf grundlegend verschiedenen Mechanismen.
Prozessübersicht
Medienstrahlen
Verwendet Druckluft oder ein Schleuderrad, um abrasive Strahlmittel (Glasperlen, Aluminiumoxid usw.) auf das Werkstück zu schleudern.
Durch die mechanische Bearbeitung werden Pulverrückstände entfernt, Oberflächenspitzen geglättet und ein gleichmäßiges mattes oder seidenmattes Finish erzeugt.
Chemische Glättung
Das Bauteil wird Lösungsmitteldämpfen (üblicherweise Aceton für ABS/ASA) oder Flüssigkeitsbädern ausgesetzt.
Das Lösungsmittel schmilzt die äußere Schicht und lässt sie wieder fließen, wodurch die Schichtgrenzen aufgefüllt werden und ein glänzendes, poliertes Aussehen entsteht.
Oberflächenbeschaffenheit & Detailerhaltung
Attribut | Medienstrahlen | Chemische Glättung |
Beenden | Matt bis seidenmatt | Hochglanz |
Detailerhaltung | Hoch – scharfe Kanten und feine Details bleiben erhalten | Mäßig – sehr feine Details können weicher oder runder wirken |
Schichtlinienentfernung | Reduziert Schichtlinien durch Kugelstrahlen der Spitzen | Entfernt Schichtlinien vollständig |
Texturkontrolle | Einstellbar über Medientyp/Druck | Abhängig von der Lösungsmittelkonzentration und der Expositionszeit. |
Materialverträglichkeit und Anwendungen
Medienstrahlen
Kompatibel mit den meisten Kunststoffen und Metallen.
Ideal für Funktions- oder Konstruktionsteile, die eine gleichmäßige Oberflächenstruktur ohne Dimensionsverzerrung erfordern.
Üblicherweise wird bei pulverbasierten Druckverfahren (SLS, MJF) ungebundenes Pulver entfernt und die Vorbereitung für die Beschichtung vorgenommen.
Chemische Glättung
Am besten geeignet für lösungsmittelbeständige Polymere.
Bevorzugt für visuelle Prototypen und Konsumprodukte, bei denen ein glänzendes Erscheinungsbild wichtiger ist als enge Toleranzen.
Nicht empfohlen für spröde Harze oder Metalldrucke.
Vorteile des Strahlverfahrens für 3D-gedruckte Teile
Durch das Sandstrahlen von 3D-gedruckten Teilen werden Rohdrucke in produktionsfertige Komponenten umgewandelt, indem gleichmäßige, hochwertige Oberflächen erzielt werden:
1. Gleichmäßige Oberflächenstruktur. Die Strahlmittel treffen gleichmäßig auf jede freigelegte Oberfläche und erzeugen so vorhersehbare matte oder seidenmatte Oberflächen auch bei komplexen Geometrien.
2. Verbesserte Detaildarstellung. Durch das Abtragen von Erhebungen und Vertiefungen bleiben scharfe Kanten und feine Details beim Sandstrahlen besser erhalten als beim Trommelpolieren oder Schleifen.
3. Verbesserte Haftung und Verbindung. Die leichte Aufrauung erhöht die Oberflächenenergie und trägt so zu einer besseren Haftung von Farben, Grundierungen und Klebstoffen bei.
4. Effiziente Entfernung von Stützstrukturen und Artefakten. Hochgeschwindigkeitspartikel entfernen Stützspuren, Pulverreste und leichte Grate schneller als manuelle Methoden.
5. Skalierbarkeit und Wiederholbarkeit. Egal ob Sie einen einzelnen Prototyp oder kleine Produktionschargen bearbeiten, die Einstellungen für das Strahlverfahren lassen sich präzise steuern und wiederholen.
6. Nachhaltig und kostengünstig. Viele Strahlmittel sind wiederverwendbar, wodurch Abfall reduziert wird. Zudem werden weder gefährliche Lösungsmittel noch aufwendige Reinigungsarbeiten benötigt.
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